Bewerbung als Quereinsteiger: So überzeugst du ohne passenden Lebenslauf

Dein Lebenslauf ist nicht geradlinig? Perfekt! Wir zeigen dir, wie du deine Motivation und deine Soft Skills in den Vordergrund stellst und Personaler überzeugst.

5 Min. Lesezeit

Oct 28, 2025

work colleagues
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Viele Quereinsteiger haben ein grosses Problem: Sie starren auf ihren Lebenslauf und denken, sie seien nicht gut genug. Jahrelang im Verkauf, jetzt eine Bewerbung im IT-Support? Fünf Jahre in der Gastronomie, jetzt der Wechsel ins Büro?

Die gute Nachricht: Du bist nicht im Nachteil. Im Gegenteil. In der heutigen Arbeitswelt suchen Unternehmen aktiv nach etwas, das wichtiger ist als ein perfektes Diplom: Motivation, Lernbereitschaft und soziale Kompetenz.

Hier ist dein kompletter Leitfaden, wie du deine Bewerbung so aufbaust, dass deine "Schwächen" zu deinen grössten Stärken werden.

1. Das Anschreiben: Deine wichtigste Waffe

Wenn dein Lebenslauf nicht für sich selbst spricht, muss es dein Anschreiben (Motivationsschreiben) tun. Das ist deine Chance, die "Warum"-Frage zu beantworten.

Stoppe die Standard-Sätze! Wirf "Hiermit bewerbe ich mich..." sofort aus dem Fenster. Der Personaler weiss, worauf du dich bewirbst. Du musst mit dem Wichtigsten beginnen: deiner Motivation.

Die "Brücken-Methode": Deine Aufgabe ist es, eine Brücke zwischen deinem alten Job und deinem neuen Job zu bauen.

  • Falsch: "Ich habe 5 Jahre im Verkauf gearbeitet und suche jetzt eine neue Herausforderung im Marketing." (Das ist eine leere Phrase).

  • Richtig: "In meinen 5 Jahren im Verkauf habe ich gelernt, die Bedürfnisse von Kunden präzise zu analysieren und komplexe Produkte verständlich zu erklären. Genau diese Fähigkeit, mich in Zielgruppen hineinzudenken, möchte ich nun nutzen, um Ihr Marketing-Team zu verstärken."

Siehst du den Unterschied? Du hast gerade deine Verkaufserfahrung in eine Marketing-Fähigkeit umgewandelt.

2. Deinen Lebenslauf optimieren: Fähigkeiten statt Stationen

Wenn du deinen Lebenslauf rein chronologisch auflistest, wird der Personaler vielleicht nur "Gastronomie" sehen und abwinken. Du musst ihm die Arbeit abnehmen.

Verwende einen "Fähigkeitsbasierten Lebenslauf":

Statt deine Jobs untereinander aufzulisten, beginnst du deinen Lebenslauf (direkt nach den persönlichen Daten) mit 3-4 Schlüsselkompetenzen, die für den neuen Job relevant sind.

Beispiel für einen Wechsel ins Büro (Projektmanagement):

Kernkompetenzen

  • Organisation & Planung:

    • (Aus altem Job): Erfolgreiche Planung und Durchführung von über 50 Grossanlässen mit bis zu 200 Gästen, inklusive Budgetverantwortung.

  • Team-Koordination:

    • (Aus altem Job): Leitung und Schulung eines 10-köpfigen Service-Teams im Hochbetrieb.

  • Software-Affinität:

    • (Selbst gelernt): Sicherer Umgang mit Trello, Asana und der gesamten MS-Office-Palette.

Erst danach listest du deine chronologischen Stationen auf. So sieht der Personaler auf den ersten Blick, was du kannst, und nicht nur, wo du warst.

3. Steh zu deinem Wechsel (im Vorstellungsgespräch)

Die Frage "Warum wollen Sie wechseln?" wird zu 100% kommen. Das ist deine absolute Glanzstunde. Bereite eine ehrliche, selbstbewusste und kurze Geschichte vor.

  • Falsch: "Mein alter Job war zu stressig und ich habe schlecht verdient." (Negativ und unmotiviert).

  • Richtig: "Ich habe meine Arbeit in der Gastronomie geliebt, aber über die Jahre gemerkt, dass meine grösste Stärke im organisatorischen und planerischen Bereich liegt. Ich habe angefangen, mich privat mit Projektmanagement-Tools weiterzubilden, und suche jetzt bewusst den nächsten Schritt, um diese Leidenschaft beruflich zu vertiefen."

Fazit: Du bist kein "Quereinsteiger", du bist ein "Aufsteiger"

Hör auf, deinen Lebenslauf als Makel zu sehen. Er ist der Beweis, dass du anpassungsfähig bist, verschiedene Welten kennst und den Mut hast, Neues zu lernen. Das ist wertvoller als jedes Diplom.

Sei stolz auf deinen Weg und verkaufe ihn genau so.

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